Kein ECE- Shopping-Center in Mönchengladbach !
Nach
dem Willen von CDU, SPD und FDP soll der Hamburger Projektentwickler ECE
in der Mönchengladbacher Innenstadt ein Mega-Shopping-Center mit bis zu 30.000 qm reiner
Einzel- handelsfläche zzgl. größerer Flächen für Gastronomie/ Dienstleistung im Bereich des alten Schauspielhauses an der Hindenburgstraße errichten
dürfen.
(mehr
s. Link
Vorlage zum Ratsbeschluss vom 25.10.06
).
Schon
heute kommen in Mönchengladbach auf jeden Einwohner fast
2 qm
Einzelhandelsfläche. Schon heute nehmen wir bundesweit betrachtet mit 500.000
qm einen Spitzenplatz bei der Einkaufsfläche pro Person ein.
Das
jetzt beabsichtigte ECE-Shopping-Center vergrößert nicht nur diese Fläche,
sondern gefährdet aufgrund seiner Größe und seiner fehlenden Integration in
die vorhandene Umgebung den gewachsenen Einzelhandel in Mönchengladbach, Rheydt
und Umgebung.
Nicht
von ungefähr berichten überregionale Zeitungen seit Monaten über die überall
aus dem Boden schießenden ECE-Shopping-Center zunehmend kritischer:
So schreibt die Süddeutsche Zeitung unter der Überschrift:
"Die Diktatur der Shoppingmalls" am 6.10.2006 Zitat:
"...ECE
überzieht die Städte mit den innen stets gleich anmutenden
Einkaufszentren und zerstört so genau das, was doch erhalten werden soll: die
lebendige Stadt." Link
zum Artikel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 10.03.2006, Nr. 59. S. 45
mit der Überschrift "Störenfried Einkaufszentrum"
„Dennoch begrüßen die Stadtverwaltungen die Investitionspläne und öffnen den Centerentwicklern Tür und Tor. Häufig fehlt den Politikern der Blick über den Tellerrand. Würden sich die für eine Center Errichtung Verantwortlichen in den Städten umsehen, in denen Einkaufscenter eröffnet wurden, würden sie nicht ein einziges Einkaufszentrum in ihrer Stadt zulassen.“
Die Westdeutsche Zeitung am 24.02.2007, S. 2
mit der Überschrift "Die Renaissance der europäischen Stadt"
"Kaum ein Bürgermeister der sich neuen Konsumpalästen im Herzens einer Kommune verschließt; kaum ein Stadtrat, der den Verheißungen von Großinvestoren mit Vernunft und Augenmaß widersteht. Dabei ist abzusehen, dass solche künstliche Innenstadtimitate die gewachsenen Strukturen der Citys erneut schwächen, weil sie die Einzelhandelsflächen bei sinkender Kaukraft der Menschen vergrößern. Es ist offenbar nichts schwieriger, als aus Fehlern tatsächlich zu lernen."
Walter Brune, Düsseldorfer Architekt und Entwickler von Einkaufszentren schreibt in seinem 2006 erschienenen Buch: “Angriff auf die City“ 1. Auflage 2006 Seite 70:
„Wenn Großinvestoren wie ECE mit Ihren Großflächenzentren weiterhin über bislang von der Shopping-Center-Invasion verschont gebliebene deutscher Städte herfallen, wird sich die Städtekultur in unserem Land komplett verändern: wahrscheinlich nicht zum Besseren. Dies hat nichts mit ökonomisch erfolgreicher und gesellschaftlich verantwortungsbewusster Stadtplanungspolitik zu tun, sondern gehört eher in die Kategorie Raubrittertum“.
Anders
in Mönchengladbach, hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit dem
ECE-Shopping-Center im größten Medium der Stadt nicht statt.
Die Bürgerinitiative "Rettet unsere Innenstädte - Kein ECE-Shopping-Center in Mönchengladbach" möchte dieses Informationsdefizit schließen. Gleichzeitig möchten wir Sie zu einer öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema ECE und dem in Mönchengladbach geplanten Shopping-Center einladen.
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Mönchengladbach Fußgängerzone Hindenburgstraße Leerstände in MG-Rheydt
Fotos (c) U.Laubach
Wussten Sie schon, dass...
....die Stadt Mönchengladbach bei einem Gesamtschuldenstand von ca. 970 Mill. EURO beabsichtigt, den ECE - Konzern mit 14,5 Mio. Euro an Steuergeldern u.a. bei den erforderlichen Verkehrsinfrastruktur- Maßnamen zu subventionieren?
Wir meinen, die Stadt Mönchengladbach sollte weder direkt noch indirekt den ECE- Konzern subventionieren!
... Sie als Mönchengladbacher Bürger seit Januar 2007 eine erhöhte Grundsteuer B zahlen und damit über den städtischen Haushalt die Infrastruktur für ECE bezahlt werden soll?
Wir
fordern keine Steuererhöhungen für
das ECE-Projekt!
...die bisher in den
beiden Innenstädten von Mönchengladbach und Rheydt angesiedelten Finanzämter
wegen ECE in den Nordpark verlagert werden, und Bürger, die mit dem Bus dorthin
fahren müssen, stundenlang unterwegs sind, um in Steuerangelegenheiten ihren
Sachbearbeiter persönlich sprechen zu können?
Wir sagen, Finanzämter gehören in die Innenstädte und nicht wegen ECE
in den Nordpark!
... die Mehrheit des Stadtrats einen Kulturbereich im geplanten neuen ECE-Center für verzichtbar hält?
Wir meinen, ohne Kultur verkommen Handel und Dienstleistung zu
seelenlosen Konsumterror!
.... Mönchengladbach bereits mehr als 500.000 qm Einzelhandelsfläche besitzt – und somit bundesweit schon an der Spitze liegt?
Wir brauchen in Mönchengladbach keine weiteren Einzelhandelsflächen!
....das geplante ECE-Center annähernd soviel Mallfläche haben wird wie die gesamte Rheydter Innenstadt an Einkaufsfläche hat?
Wir fordern, das in der Mönchengladbacher Innenstadt geplante Shopping-Center
muss unter 15.000 m² Verkaufsfläche bleiben, um der Rheydter
Innenstadt nicht zu schaden.
....in Oldenburg ein geplantes ECE-Center auf Druck von Bürgerinitiativen wesentlich verkleinert wurde und ECE dort bereit ist, eine Kulturlounge im neuen Center einzuplanen? siehe Link!
Wir zeigen, wenn politisch gewollt, geht es auch anders und auch mit Kultur !